Studium - Magister

S T U D I E N P L A N
für das Magister-Studium der
KLASSISCHEN ARCHÄOLOGIE

I. DEFINITION DES FACHES

Die Klassische Archäologie ist die Wissenschaft von der gegenständlichen, visuell erfassbaren Hinterlassenschaft der griechischen und römischen Kultur einschließlich ihrer Vorstufen und Nachwirkungen sowie ihrer Beziehungen zu benachbarten Kulturen. Ihre Gegenstände sind gleichermaßen die Denkmäler der bildenden Kunst wie die Zeugnisse der materiellen Kultur. Aufgabe der archäologischen Wissenschaft ist es, die Befunde und Denkmäler mit hierzu entwickelten Methoden zu ordnen und im Rahmen der gesamten antiken Kultur zu interpretieren. Das Ziel ist also stets historische Erkenntnis.
Grundlage der Methode ist, gemäß der Definition des Faches, das visuelle Erfassen der Zeugnisse. Zur Interpretation ihrer Befunde bedient sich die Klassische Archäologie darüber hinaus in großem Umfang auch der erhaltenen Schriftquellen und der Methoden und Erkenntnisse anderer Disziplinen, um den jeweiligen historischen und kulturellen Zusammenhang zu verstehen. Die Interpretation führt somit vielfach in weitere Bereiche der antiken Geschichte, insbesondere in die der Politik, der sozialen Verhältnisse, der Wirtschaft, der Lebensformen, der Literatur, der Religion, des Mythos.


II. BESCHREIBUNG DES FACHES

1. Abgrenzung
Der geographische Raum des Faches entspricht der Ausbreitung der griechischen und römischen Kultur. Seine Grenzen sind grundsätzlich offen, da Griechen und Römer in den verschiedenen Epochen mit unterschiedlichen benachbarten mediterranen Kulturen in engem Austausch standen. Der somit flexible Rahmen umfasst in erster Linie Griechenland, Kleinasien und Italien, darüber hinaus für die römische Kaiserzeit die Provinzen des römischen Reiches.
Der Zeitraum, mit dem sich das Fach beschäftigt, beginnt in Griechenland mit den Hochkulturen der Bronzezeit, in Italien mit der Entstehung griechisch geprägter Kulturen in der Eisenzeit; er erstreckt sich bis in die Spätantike des römischen Kaiserreiches. Dabei ergibt sich folgende grobe Epochengliederung:
· Griechenland (mit Kolonien): Minoische und mykenische, geometrische, archaische, klassische und hellenistische Epoche.
· Italien: Italische Kulturen; insbesondere Etrurien: geometrische, archaische, klassische und hellenistische Epoche; Rom: Königszeit, frühe, mittlere und späte Republik.
· Römisches Kaiserreich, Spätantike.
In der Form der Rezeptionsgeschichte im weiteren und der Forschungsgeschichte im engeren Sinne, deren Bedeutung für die Selbstbestimmung des Faches in letzter Zeit deutlicher erkannt wird, reicht die Klassische Archäologie als ein Teilaspekt in die neuere Kulturgeschichte hinein. Das Fach sollte anstreben, als historische Disziplin einen Beitrag zu den kulturellen Fragen der Gegenwart zu leisten.
Die Art der Zeugnisse - die gegenständliche, visuell erfassbare Hinterlassenschaft - hat die Klassische Archäologie mit anderen archäologischen und kunsthistorischen Wissenschaften (vor allem Ur- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie, Ägyptische Archäologie, Christliche Archäologie, Kunstgeschichte) gemeinsam; sie unterscheidet sich aber von ihnen in Bezug auf die untersuchten Kulturen. Von den anderen Klassischen Altertumswissenschaften (Alte Geschichte, Klassische Philologie, Papyrologie), mit denen sie den kulturellen Bereich gemeinsam hat, unterscheidet sie sich in der Art der Zeugnisse. Hieraus ergeben sich die spezifische Fragestellung und Methodik der Klassischen Archäologie.


2. Gegenstände
Die Klassische Archäologie erforscht die sichtbaren Zeugnisse der griechischen und römischen Kultur im oben definierten Sinne in ihrer ganzen Breite:
· Siedlungen, Gebäude, Gräber und ihre Ausstattungen
· Gegenstände des täglichen Lebens und des Kultes
· Bildende Kunst.
Während die Klassische Archäologie im 18. Jahrhundert als Kunstgeschichte der Antike begonnen hat, wendet sie sich heute mehr auch den archäologischen Kontexten und allgemeinen kulturhistorischen Fragen zu.

3. Methoden und Fragestellungen
· Zu den Grundlagen des Faches gehören die Methoden der Ausgrabung und der Dokumentation von Funden und Befunden. Sie werden ergänzt durch Konservierung, Restaurierung und naturwissenschaftliche Analysen, die in der Regel von Spezialisten durchgeführt werden.
· Die Klassifizierung der Befunde und Denkmäler wird je nach Objekt und Fragestellung durch vergleichende Verfahren, insbesondere vergleichendes Sehen, vorgenommen. Zu nennen sind vor allem Typologie, Ikonographie und Formanalyse.
· Das Ziel ist die Interpretation der Befunde und Denkmäler in ihrem historischen, d.h. sozial-, kultur- und geistesgeschichtlichen Kontext. Dafür werden zusätzlich Schriftquellen (soweit vorhanden) sowie Methoden der Semiotik, Soziologie und Kulturanthropologie herangezogen. Studierende der Klassischen Archäologie müssen daher über ihr engeres Fachgebiet hinaus
· Grundkenntnisse der Alten Geschichte (einschl. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte), der griechischen und römischen Schriftquellen, der Religionsgeschichte und Mythologie sowie der Semiotik und Kulturanthropologie erwerben.


III. BERUFSMÖGLICHKEITEN

Die Klassische Archäologie ist ein Fach mit sehr begrenzten Berufsmöglichkeiten. Darüber muss sich im klaren sein, wer Klassische Archäologie mit dem Ziel, auf diesem Feld einen Lebensberuf zu finden, studieren will. Alle archäologischen Berufe haben (zumindest teilweise) selbständige wissenschaftliche Forschung zum Inhalt. Berufsmöglichkeiten bieten sich vor allem in folgenden Bereichen:
a. Universität: Forschung und Lehre; Betreuung von Antiken- und Abgusssammlungen; wissenschaftliche Verwaltung.
b. Deutsches Archäologisches Institut in Berlin und seine Auslandsabteilungen in Rom, Athen, Istanbul, Madrid, Kairo, Damaskus und Sanaa: Forschung, insbesondere auch Ausgrabungen; wissenschaftliche Verwaltung.
c. Museen: Konservierung, Archivierung und wissenschaftliche Bearbeitung archäologischer Denkmäler und Befunde; Durchführung von Ausstellungen; Öffentlichkeitsarbeit; wissenschaftliche Verwaltung; gelegentlich Ausgrabungen.
d. Denkmalpflege: Konservierung und Bergung gefährdeter Funde und Befunde; Ausgrabung mit Dokumentation und wissenschaftlicher Bearbeitung.
Gelegentlich ergeben sich Berufsmöglichkeiten außerhalb der archäologischen Forschung: z.B. in Verlagen, an Bibliotheken, bei Presse, Funk und Fernsehen, bei wissenschaftlichen Reiseunternehmen. Diese Möglichkeiten sind aber vereinzelt und beruhen stets auf persönlicher Initiative.
Über die Bedeutung der Klassischen Archäologie als Ergänzung zu anderen Berufen siehe die Studienordnungen der betreffenden Fächer (Empfehlung zum Nebenfach oder 2. Hauptfach).


IV. STUDIENGÄNGE UND STUDIENZIEL

Klassische Archäologie kann als Hauptfach, als Nebenfach oder als Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien studiert werden. Folgende Abschlussprüfungen sind möglich:
a. Magisterprüfung (M.A.)
b. Promotion (Dr. phil.)
c. Bachelor-Studiengang Altertumswissenschaften

Der in der Regel sechs Semester umfassende Studiengang Altertumswissenschaften wird erstmals seit dem WiSe 2004/5 angeboten. Klassische Archäologie kann im Rahmen dieses Studiengangs als eines der Kernfächer sowie als Vertiefungsfach studiert werden. Nähere Auskünfte in der Studienberatung und demnächst auf dieser Homepage. Die folgenden Erläuterungen beziehen sich allein auf den Magister-Studiengang.
d. Erweiterungsprüfung für das Lehramt an Gymnasien
Der Magisterstudiengang und der Promotionsstudiengang unterscheiden sich bis zum Ende des Hauptstudiums in den Lehrveranstaltungen nicht. Das Studienziel ergibt sich aus der Beschreibung des Faches (II) und aus den
Berufsmöglichkeiten (III). In jedem Fall ist die Fähigkeit zu eigener wissenschaftlicher Leistung auszubilden.
Zu den möglichen Fächerkombinationen mit dem Hauptfach Klassische
Archäologie s. VI.


V. VORAUSSETZUNGEN

1. Allgemeine Voraussetzung zum Studium der Klassischen Archäologie ist eine Begabung zum Erfassen visueller Sachverhalte und ein visuelles Gedächtnis.
2. Für das Hauptfachstudium sind ausreichende Kenntnisse der lateinischen und altgriechischen Sprache erforderlich (Latinum und Graecum bzw. ein gleichwertiges von einer deutschen Universität ausgestelltes Zeugnis).
Für das Nebenfachstudium ist das Latinum bzw. ein gleichwertiges von einer deutschen Universität ausgestelltes Zeugnis erforderlich.
Sind diese Voraussetzungen beim Beginn des Studiums nicht gegeben, so müssen sie während des Grundstudiums nachgeholt und spätestens bei der Zwischenprüfung nachgewiesen werden. In diesem Falle wird die zum Erwerb der Sprachkenntnisse dienende Studienzeit im Umfang von bis zu 2 Semestern für Altgriechisch und Latein nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet; in der Praxis kann somit das Grundstudium um 2 Semester für diese Sprachen verlängert werden. In begründeten Fällen (z.B. bei Wechsel des Studienortes) kann der Nachweis der Sprachkenntnisse auch noch während des Hauptstudiums erbracht werden; die Entscheidung darüber trifft der Prüfungsausschuss. In diesem Fall kann für die beiden Sprachen das Hauptstudium um 2 Semester verlängert werden.
3. Zum Verständnis der internationalen Fachliteratur sind Kenntnisse der englischen, französischen und italienischen, für Studierende im Hauptfach auch der neugriechischen Sprache notwendig. Soweit Kenntnisse in diesen Sprachen zu Beginn des Studiums nicht vorhanden sind, ist es nötig, sie möglichst bald, insbesondere im Hinblick auf die geplanten Lehrveranstaltungen, zu erwerben. Studierende im Haupt- und Nebenfach müssen entsprechende passive Kenntnisse in Englisch sowie mindestens einer der drei weiteren genannten modernen Fremdsprachen spätestens bis zur Zwischenprüfung nachweisen durch Zeugnisse oder durch Referate mit fremdsprachiger Literatur.

VI. NEBENFÄCHER

Zu Klassischer Archäologie als erstem Hauptfach ist im Magisterstudiengang und im Promotionsstudiengang das Studium zweier Nebenfächer erforderlich. Klassische Archäologie kann als zweites Hauptfach zu einem anderen ersten Hauptfach gewählt werden, sofern dies im Fächerkatalog vorgesehen ist.
Die Wahl der Nebenfächer wird entsprechend dem Tätigkeitsbereich im angestrebten Beruf erfolgen. Die Zusammenstellung der Studienfächer soll ein sinnvolles Ganzes in der wissenschaftlichen Arbeit des Studenten ergeben. Naheliegend sind Kombinationen mit folgenden Fächern: Ur- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Griechisch, Latein, Ägyptologie, Assyriologie, Vorderasiatische Archäologie, Christliche Archäologie, Kunstgeschichte.
Als Nebenfächer sind für die Magisterprüfung und die Promotion folgende Fächer aus der Philosophischen Fakultät, der Theologischen Fakultät, der Neuphilologischen Fakultät, der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Fakultät für Verhaltens- und empirische Kulturwissenschaften und der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften zugelassen (s. die Kombinationstabelle zur Magisterprüfungsordnung Allgemeiner Teil):
1. Theologie
2. Philosophie
3. Mittlere und Neuere Geschichte
4. Osteuropäische Geschichte
5. Geschichte Südasiens
6. Historische Hilfswissenschaften
7. Politische Wissenschaften
8. Musikwissenschaft
9. Kunstgeschichte
10. Ostasiatische Kunstgeschichte
11. Volkswirtschaftslehre
12. Erziehungswissenschaft
13. Ethnologie
14. Psychologie
15. Soziologie
16. Sportwissenschaft
17. Geographie
18. Geologie
19. Mineralogie
20. Allgemeine Sprachwissenschaft
21. Computerlinguistik
22. Deutsch als Fremdsprachenphilologie (Sprachwissenschaft)
23. Deutsch als Fremdsprachenphilologie (Literaturwissenschaft)
24. Deutsche Philologie
25. Englische Philologie (Literaturwissenschaft)
26. Englische Philologie (Sprachwissenschaft)
27. Indogermanistik
28. Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
29. Romanische Philologie (Sprachwissenschaft)
30. Romanische Philologie (Literaturwissenschaft)
31. Slavische Philologie (Sprachwissenschaft)
32. Slavische Philologie (Literaturwissenschaft)
a. in der Regel nur 1 Fach, das an der Universität Heidelberg vertreten ist und das den oben genannten Fakultäten nicht zugeordnet ist,
b. höchstens 1 Fach, das an der Universität Heidelberg nicht vertreten ist. Hierzu ist die Zustimmung der Fakultätskonferenz und des Prüfers im Hauptfach erforderlich.
c. Werden beide Nebenfächer außerhalb des Bereichs der oben genannten Fakultäten gewählt, so ist möglichst frühzeitig, spätestens aber vor dem Abschlußexamen die Entscheidung des Prüfungsausschusses einzuholen, ob die Fächerkombination ein sinnvolles Ganzes erkennen läßt. In Zweifelsfällen kann der Kandidat die Fakultätskonferenz anrufen.


VII. PLAN DES STUDIUMS

1. Gliederung
Die folgenden Ausführungen sind als Erläuterungen der seit 1.10.2003 geltenden Magisterprüfungsordnung für das Fach Klassische Archäologie zu verstehen, welche allein Rechtsgültigkeit besitzt. Die Prüfungsordnungen sind im Internet unter http://www.uni-heidelberg.de/studium/download/index.html#stud einzusehen.

Das Studium gliedert sich in das Grundstudium und das Hauptstudium; daran kann ein Aufbaustudium angeschlossen werden. Grund- und Hauptstudium dauern in der Regel je 4 Semester.
Das Grundstudium kann zum Erwerb der erforderlichen nachzuweisenden Sprachkenntnisse in Latein und Griechisch verlängert werden (vgl. hierzu V.2). Es wird grundsätzlich mit der Zwischenprüfung abgeschlossen. Das Bestehen der Zwischenprüfung berechtigt zur Teilnahme am Hauptseminar
Das Hauptstudium kann nur in Ausnahmefällen zum Erwerb der erforderlichen nachzuweisenden Sprachkenntnisse (Latein und Griechisch) verlängert werden (vgl. hierzu V.2). Es kann mit der Magisterprüfung abgeschlossen werden, die bereits berufsqualifizierend ist. Das 9. Semester ist als Prüfungszeitraum vorgesehen.
Als Vorbereitung auf die Promotion kann sich an das Hauptstudium ein Aufbaustudium zur Erarbeitung der Dissertation anschließen. Es setzt die Ablegung der Magisterprüfung nicht voraus. In der Regel dauert es mindestens 4 Semester. Da die Dissertation gewöhnlich eine umfangreiche Sammlung von oft sehr verstreutem Material zur Voraussetzung hat und häufig mit langwierigem Bestellen von Photographien und Gipsabdrücken sowie mit Reisen und Auslandsaufenthalten verbunden ist, läßt sich die Zeitdauer im voraus nicht mit Sicherheit bestimmen.

2. Lehrveranstaltungen, Allgemeines
Da archäologische Berufe zum überwiegenden Teil in wissenschaftlicher Tätigkeit bestehen, erfordert die Ausbildung eine methodenbezogene Lehre in exemplarischer Auswahl unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Es gibt deshalb keinen strengen Lehrplan von thematisch festgelegten Pflichtveranstaltungen, die von den Studierenden in einer bestimmten Reihenfolge absolviert werden müssten. Ein fester Plan würde eine solche Einschränkung des Lehrangebotes bedeuten, dass dieses den Erfordernissen der Ausbildung zu den verschiedenartigen Berufsbildern innerhalb der Klassischen Archäologie nicht gerecht werden könnte. Die Lehrveranstaltungen sind daher in der Mehrzahl aus einem breiteren Angebot wählbar (sog. Wahl-Pflichtveranstaltungen).
Folgende Typen von Lehrveranstaltungen sind vorgesehen:
· Vorlesung
· Einführungskurs (mit Klausuren)
· Seminar der Unterstufe (Proseminar, mit Referaten)
· Praktische Übung zum Vermessen, Zeichnen und Bestimmen antiker Scherbenproben und anderer antiker Originale
· Seminar der Oberstufe (Oberseminar, mit Referaten)
· Seminar der Kategorie "Notwendige Ergänzungsveranstaltungen"
· Übung
· Forschungs-Kolloquium (Diskussion neuer Forschungsergebnisse oder -methoden, häufig interdisziplinär, nach Bedarf mit Referaten, für allem für Magister- und Promotions-Kandidat/innen)
· Exkursion
· Ausgrabung (gewöhnlich extern)
Die Vorlesungen sind für Studierende aller Semester zugänglich. Der Einführungskurs soll der Vermittlung von Grundlagen, Grundbegriffen und Grundkenntnissen dienen, während in Seminaren das Erlernen von archäologischen Methoden und selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten im Mittelpunkt steht.
Die spezifischen didaktischen Notwendigkeiten des Faches (Ausbildung zur Demonstration und Analyse von Denkmälern und Befunden; praktische Übung zum Vermessen, Zeichnen und Bestimmen antiker Scherbenproben) lassen eine sinnvolle Arbeit in einigen Lehrveranstaltungen nur bei einer begrenzten Teilnehmerzahl zu. Entsprechende Begrenzungen werden der Ankündigung der Lehrveranstaltungen jeweils gesondert aufgeführt.
Exkursionen zum Besuch von Ausgrabungsstätten und Antikenmuseen sind im Hauptfach ein unabdingbarer Bestandteil des Studiums, im Nebenfach eine wünschenswerte Ergänzungsveranstaltung (nicht Bestandteil der Prüfungsvoraussetzungen). Sie sollen den Kontakt zu den eigentlichen Gegenständen der Klassischen Archäologie und den Bezug zur Berufspraxis fördern. Exkursionen finden gewöhnlich in der vorlesungsfreien Zeit statt.
Die Möglichkeit zu einer Teilnahme an Ausgrabungen kann vom Seminar für Klassische Archäologie nur in seltenen Fällen angeboten werden. Die geforderte Grabungspraxis kann bei Ausgrabungen in Deutschland und im Ausland erworben werden. Ausgrabungen an prähistorischen und mittelalterlichen Plätzen werden anerkannt. Bei der Vermittlung sind die Mitglieder des Lehrkörpers gerne behilflich.
In der Klassischen Archäologie ist die erfolgreiche Ausbildung stark von der persönlichen Initiative der einzelnen Studierenden abhängig. Über die nachstehend festgelegten Pflicht- und Wahl-Pflichtveranstaltungen (s. hierzu VIII) hinaus sollen die Studierenden - zur Ausbildung wissenschaftlicher Schwerpunkte und zum Erwerb von Grundkenntnissen in antiker Geschichte, Kultur, Literatur, Religion, Mythologie etc. - weitere Veranstaltungen sowohl in Klassischer Archäologie als auch in den Nachbarfächern besuchen.

3. Eigenstudium
Die in den Lehrveranstaltungen vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten sollen mit Hilfe der angegebenen Fachliteratur selbständig vertieft und abgerundet werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist darüber hinaus zumindest im Hauptfach vom Beginn des Studiums an ein intensives und systematisches Eigenstudium. Die Lehrveranstaltungen vermitteln Anregung und Schulung zum Eigenstudium. Weitere Hinweise geben auf Wunsch die Mitglieder des Lehrkörpers. Die Fähigkeit zu derart eigenverantwortlicher Arbeit zu entwickeln, ist ein wesentliches Ziel des Studiums. Durch Eigenstudium, vor allem während der vorlesungsfreien Zeit, sollen die Studierenden sich im Laufe ihres Studiums zusätzlich zu den Lehrveranstaltungen einen Überblick über das gesamte Fachgebiet sowie Grundkenntnisse in Geschichte, Kultur, Literatur, Religion und Mythologie des Altertums erwerben. Schwerpunkte des Eigenstudiums werden sie nach persönlichen Interessen wählen.

4. Auslandsstudium
Zur Bereicherung der Methoden und Fähigkeiten sowie zur Erweiterung der Denkmälerkenntnis ist ferner ein Studium im Ausland sinnvoll (gewöhnlich erst nach der Zwischenprüfung). In diesem Fall kann die Regelstudienzeit bis zu 2 Semester überschritten werden.


VIII. STUDIENANFORDERUNGEN

Die Pflichtveranstaltungen im Fach Klassische Archäologie sind zum größeren Teil (Hauptfach, Nebenfach, Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien) auf das Grundstudium bzw. das Hauptstudium festgelegt, zum kleineren Teil (Hauptfach) wahlweise im Lauf des Grund- oder Hauptstudiums zu belegen. Soweit die Studienordnung Freiheit bei der zeitlichen Ansetzung und Abfolge der Veranstaltungen lässt, sind die Studierenden selbst für eine sinnvolle, möglichst gleichmäßige Verteilung innerhalb der Studienzeit verantwortlich.

1. Grundstudium
Während des Grundstudiums sollen die Studierenden sich die folgenden für die Zwischenprüfung vorausgesetzten Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben:
a. Kenntnis der wichtigsten methodischen Grundlagen des Faches und Vertrautheit mit seinen bibliographischen Hilfsmitteln;
b. Fähigkeit zum visuellen Erfassen, Beschreiben und vergleichenden Bestimmen archäologischer Denkmäler;
c. Grundkenntnisse in archäologischer Denkmälerkunde (Denkmäler der Hauptgattungen;
d. Fähigkeit zur Interpretation archäologischer Zeugnisse im historischen Kontext.Im Sinne eines umfassenden kulturwissenschaftlichen Konzepts ist es erforderlich, daß insbesondere im Hauptfach die in den Pflichtveranstaltungen erworbenen Grundkenntnisse und Methoden durch Teilnahme an weiteren Veranstaltungen ("Notwendige Ergänzungsveranstaltungen", dazu s.u.) sowie durch ein hohes Maß an Eigenstudium ergänzt werden. Im Fach Klassische Archäologie sind im Grundstudium folgende Studienleistungen erforderlich:

1.1. Hauptfach:
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· Einführungskurs Klassische Archäologie (mit Klausuren). Wird in jedem WS angeboten. Besuch im 1.-2. Fachsemester. Bei Studienortwechslern ab dem 3. Fachsemester kann stattdessen ein zusätzliches Proseminar angerechnet werden
· 1 Proseminar "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten"
· 1 weiteres Proseminar.
· 1 praktische Übung zum Vermessen, Zeichnen und Bestimmen antiker Scherbenproben und anderer antiker Originale; Voraussetzung s.o., Ausnahmen können zugelassen werden, sofern nachweislich keine Möglichkeit zur Teilnahme bestanden hat; in diesem Fall ist die erfolgreiche Teilnahme an 1 weiteren Proseminar erforderlich. Bei Studienortwechslern können äquivalente Veranstaltungen auch über andere Materialgruppen angerechnet werden.
Unter den im Grundstudium besuchten Pflichtseminaren ist mindestens je 1 aus dem Bereich der ägäischen/griechischen und der italischen/römischen Archäologie zu wählen, d.h. es sollen beide Bereiche abgedeckt werden. Auch bei den übrigen Veranstaltungen sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen diesen beiden Bereichen geachtet werden.
b. Sprachkenntnisse: s. oben § V 2 und 3.
c. Nach dem 1. oder 2. Fachsemester Pflichtstudienberatung bei einem/er der Dozenten/innen des Seminars für Klassische Archäologie, die in der Regel im Anschluss an die Klausur zum Proseminar "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" stattfindet:
d. Als 'notwendige Ergänzungsveranstaltungen' sollen Vorlesungen, Seminare, Übungen und Kolloquien zur Erarbeitung spezieller, z.T. interdisziplinärer Probleme und Gebiete besucht werden. Dazu können auch Veranstaltungen anderer Studienfächer gehören.
Es ist darauf zu achten, dass während des Grundstudiums ein angemessener Teil derjenigen Veranstaltungen absolviert wird, die wahlweise im Lauf des Grund- oder Hauptstudiums zu belegen sind (§ VIII. 3).

1.2. Nebenfach
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· Einführungskurs Klassische Archäologie (mit Klausuren). Wird in jedem WS angeboten. Besuch im 1. - 2. Fachsemester. Bei Studienortwechslern ab dem 3. Fachsemester kann stattdessen ein zusätzlichen Proseminar angerechnet werden.
· 1 Proseminar "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten".
1 weiteres Proseminar.
Unter den im Grundstudium besuchten Veranstaltungen ist mindestens je 1 aus dem Bereich der ägäischen/griechischen und der italischen/römischen Archäologie zu wählen, d.h. es sollen beide Bereiche abgedeckt werden.
b. Sprachkenntnisse: s. oben § V 2 und 3.
c. Nach dem 1. oder 2. Fachsemester Pflichtstudienberatung bei einem/er der Dozenten/innen des Seminars für Klassische Archäologie, die in der Regel im Anschluß an die Klausur zum Proseminar "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" stattfindet.
d. Als 'notwendige Ergänzungsveranstaltungen' sollen vor allem Vorlesungen und Übungen oder auch weitere Seminare besucht werden.

1.3. Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· 2 Proseminare
Bei diesen beiden Seminaren ist je 1 aus dem Bereich der ägäischen/griechischen und der italischen/römischen Archäologie zu wählen, d.h. es sollen beide Bereiche abgedeckt werden; zusätzlich sind verschiedene Sachgebiete (z.B. Skulptur, Architektur, Malerei) zu berücksichtigen.
b. Besuch folgender Veranstaltungen:
· Einführungskurs Klassische Archäologie (Klausuren nicht obligatorisch). Wird in jedem WS angeboten; empfohlen im 1. - 2. Fachsemester.

1.4. Orientierungsprüfung
Nach dem 2. Fachsemester muss im Hauptfach und wahlweise in einem der beiden Nebenfächer die Orientierungsprüfung abgelegt werden. Sie ist ein vorgezogener Teil der Zwischenprüfung. Die Note der Orientierungsprüfung wird entsprechend der Zwischenprüfungsordnung in die Benotung der Zwischenprüfung einbezogen.
Sie wird auch von Studierenden verlangt, die nach dem zweiten Semester von einer anderen Universität nach Heidelberg wechseln und sich noch im Grundstudium befinden, es sei denn, sie haben am bisherigen Studienort eine äquivalente Leistung erbracht. Diese muß vom Prüfungsausschuss des Seminars für Klassische Archäologie bescheinigt werden.
Die Durchführung der Orientierungsprüfung findet studienbegleitend statt. Sie ist an die eigens ausgewiesene Lehrveranstaltung "Proseminar. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" gebunden. Die betreffenden Studierenden müssen dem Dozenten, der dieses Proseminar durchführt, zu Beginn des Semesters mitteilen, dass sie die Orientierungsprüfung ablegen wollen.
Die Orientierungsprüfung setzt sich aus einem mündlichen Referat, einer schriftlichen Hausarbeit und einer Abschlussklausur zusammen. Den Abschluss der Prüfung bildet ein Orientierungsgespräch mit dem Dozenten/der Dozentin des jeweiligen Proseminars. Das Ergebnis der Orientierungsprüfung lautet "bestanden" oder "nicht bestanden"; sie kann bei Nichtbestehen im darauf folgenden Semester einmal wiederholt werden. Wer die Orientierungsprüfung nicht spätestens bis zum Ende des dritten Fachsemesters erbracht hat, verliert den Prüfungsanspruch, es sei denn, die Fristüberschreitung ist vom Studierenden nicht zu verantworten.

1.5. Zwischenprüfung
Das Grundstudium wird durch die Zwischenprüfung abgeschlossen. Zwischenprüfungen in Klassischer Archäologie, die an anderen Universitäten abgelegt worden sind, werden anerkannt. Der schriftlich bestätigte, erfolgreiche Abschluss des Grundstudiums an anderen Universitäten wird als Äquivalent für eine studienbegleitende Zwischenprüfung gewertet.
Nach der Zwischenprüfung begeben sich die Studierenden im Hauptfach und im Nebenfach bei einem/r der Dozenten/innen des Seminars für Klassische Archäologie zu einer Pflicht-Studienberatung.

1.6. Prüfungen für Studierende im Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien
Für Studierende im Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien gilt die Prüfungsordnung für das Lehramt an Gymnasien (ZSW, s.u.). Es sind weder die Orientierungs- noch die Zwischenprüfung erforderlich!

2. Hauptstudium
Während des Hauptstudiums sollen die Studierenden ihre bisher erworbenen Kenntnisse verbreitern und schwerpunktmäßig vertiefen. Im Hauptfach werden sie sich darüber hinaus verstärkt mit der Erarbeitung eigener Fragestellungen befassen.
Im Sinne eines umfassenden kulturwissenschaftlichen Konzepts ist es erforderlich, dass die in den Pflichtveranstaltungen erworbenen Kenntnisse und Methoden vor allem im Hauptfach ergänzt werden durch Teilnahme an weiteren Veranstaltungen ("Notwendige Ergänzungsveranstaltungen") sowie durch ein hohes Maß an Eigenstudium.

In Klassischer Archäologie sind im Hauptstudium folgende Studienleistungen erforderlich:

2.1. Hauptfach
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· mindestens 4 Hauptseminare.

Unter den im Hauptstudium besuchten Veranstaltungen sind mindestens je 1 Seminar aus dem Bereich der griechischen und der römischen Archäologie sowie mindestens 1 Seminar oder eine Übung aus den Gebieten der minoischen und mykenischen, der etruskischen, der provinzialrömischen oder der spätantiken Archäologie zu wählen. · Sofern während des Grundstudiums nicht die "Praktische Übung zum Vermessen, Zeichnen und Bestimmen antiker Scherbenproben und anderer antiker Originale" oder eine äquivalente Veranstaltung absolviert wurde, ist diese unter (d.h. nicht zusätzlich zu) den Seminaren des Hauptstudiums zu wählen.
b. Zwei Semester nach der Zwischenprüfung Pflichtstudienberatung bei einem/er der prüfungsberechtigten Dozenten/innen des Seminars für Klassische Archäologie.
Ergänzend sollen Vorlesungen, Seminare, Übungen und Kolloquien zur Erarbeitung spezieller, z.T. interdisziplinärer Probleme und Gebiete besucht werden.

2.2. Nebenfach
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· 3 Hauptseminare.

Unter den im Hauptstudium besuchten Veranstaltungen ist mindestens je 1 Seminar aus dem Bereich der ägäischen/griechischen und der italischen/etruskischen/römischen Archäologie zu wählen.

Ergänzend sollen Vorlesungen, Übungen und Kolloquien zur Erarbeitung spezieller, z.T. interdisziplinärer Probleme und Gebiete besucht werden.

2.3. Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien
a. Erfolgreiche Teilnahme an folgender Veranstaltung:
· 1 Hauptseminar
b. Besuch folgender Veranstaltungen:
· mindestens 4 Vorlesungen (mindestens 8 SWS).


3. Grundstudium und Hauptstudium (wahlweise)
Über das gesamte Studium verteilt sind außerdem folgende Studienleistungen zu erbringen:

3.1. Hauptfach
Erfolgreiche Teilnahme an folgenden Veranstaltungen:
· 2 Übungen zur Bestimmung antiker Denkmäler (ohne Referate)
· 2 Exkursionen von wenigstens 1 Woche Dauer (mit vorbereitender Übung) zum Studium von Antikenstätten und archäologischen Museen. Ausnahmen können nur in gut begründeten Fällen zugelassen werden.

Darüber hinaus wird dringend empfohlen:
· 1 praktische Übung in einem der folgenden Gebiete: Archäologisches Vermessen, Einführung in die Museumspraxis, Archäologie in den Medien.
· 1 wissenschaftliche Ausgrabung von mindestens zwei Wochen Dauer. Das Seminar für klassische Archäologie kann Ausbildungsplätze auf einer Grabung nicht in ausreichender Zahl anbieten, ist aber bei der Suche gerne behilflich.
· 1 Seminar/Übung/ Kurs in einem der folgenden Gebiete: Epigraphik, Papyrologie, Antike Numismatik, Linear B, Archäologische Statistik.

 

3.2. Zusatzfach für das Lehramt an Gymnasien
· Teilnahme an mindestens 2 Tagesexkursionen (werden durch Aushang bekannt gemacht).

4. Aufbaustudium
Während des Aufbaustudiums soll der Doktorand/die Doktorandin sich im wesentlichen auf die Fertigstellung der Dissertation und die Vorbereitung für das Rigorosum konzentrieren. Die Betreuung durch die Mitglieder des Lehrkörpers ist in diesem Stadium vorwiegend individueller Art. Es ist jedoch, um einer allzu frühen Verengung des Gesichtskreises zu begegnen, empfehlenswert, dass der Doktorand/ die Doktorandin daneben den Kontakt zu anderen Bereichen des Faches sowie zu den Nachbarfächern in gewissem Umfang weiter pflegt, etwa durch Besuch von Vorlesungen oder auch Teilnahme an einem Oberseminar oder Forschungskolloquium.


IX. Prüfungen

1. Orientierungsprüfung
Die Orientierungsprüfung wird in der Regel nach dem 2. Semester abgelegt (s.o. unter VIII.1.4).

2. Zwischenprüfung
Die Zwischenprüfung wird in der Regel nach dem 4. Semester abgelegt. Sie wird gemäß der Zwischenprüfungsordnung durchgeführt.

3. Abschlussprüfungen
a. Das Magisterexamen in Klassischer Archäologie als Hauptfach oder als Nebenfach wird in der Regel nach dem 8. Semester abgelegt. Es wird gemäß der Prüfungsordnung für die Magisterstudiengänge durchgeführt.
b. Die Promotion in Klassischer Archäologie als Hauptfach oder als Nebenfach findet in der Regel nicht vor dem 12. Semester statt. Sie wird gemäß der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät durchgeführt.
c. Die Erweiterungsprüfung im Zusatzfach Klassische Archäologie für das Lehramt an Gymnasien wird gemäß der Prüfungsordnung "Lehramt an Gymnasien" durchgeführt:
http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/iukzx71qmx5e13c9calb63q4q25x5h/menu/1189461/index.html?ROOT=1180555

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 08.10.2014
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